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Sein Fahrrad gehört zu ihm wie die obligate Baskenmütze, eine Rothhändle und im
Winter der im Fahrtwind wehende Schal; so kennt man ihn, so schätzt man ihn und man
nennt ihn schlicht "King". Dazu kommt der gut badisch-respektvolle Adelstitel: "de King".
Als solcher, nicht als irgendein König, ist Rudolf Theilmann in Karlsruhe bekannt. Seit
gut 30 Jahren. Es gibt feste Orte, an denen man "de King" mit Sicherheit treffen kann:
Mittags kurz auf einen Stehkaffee bei Tschibo, im Jazzclub am Tresen, im Kap beim Bier und
einer Tasse Kaffee danach. Und selbstverständlich am Arbeitsplatz. Der ist in der
Staatlichen Kunsthalle, Theilmann ist Leiter des Kupferstichkabinetts (nebenbei seit 20
Jahren der Programm-Macher des Jazzclubs) und ausgewiesener Kenner badischer Malerei und
Grafik. Das Thema verfolgt ihn seit dem Studium in Heidelberg. In der verbleibenden Zeit
macht "King" das, was ihm den monarchischen Titel verschafft hat: Er trommelt. Vier
Stunden pro Tag sind das ganz normale Pensum, um fit zu bleiben, zur Hälfte im
Probenraum, den Rest dann als "Trockenübung" zuhause.
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"Ich bin ein manischer Über", so Theilmann und wer ihn je am Schlagzeug gehört hat,
weiß, daß das Training irgendwann einmal Sinn hatte. Irgendwann deshalb, weil
"King" schon seit Jahrzehnten zu den anerkannt besten Schlagzeugern Deutschlands
gehört. Dabei waren ihm die Trommelstöcke nicht schon mit den ersten
Fäustlingen in die Hand gedrückt worden. In Pforzheim vom Vater eher mit Wagner
als mit Bebop versorgt, wollte Theilmann erst einmal Kontrabaß spielen, verhaute
sich aber die Mathematiknoten und stellte das sperrige Stück fortan ins Eck. Der
zweite Anlauf brachte ein Schlagzeug ins Haus. Einen Flop wie mit dem Baß konnte
sich "King" nicht mehr leisten, also blieb nur der Weg zum Erfolg:
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