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Obwohl Reichert vom Programmheft bis zur Werbung alles selbst organisiert, versteht er sich
keineswegs als "Kulturverwalter". Was er macht, verlangt ihm 100prozentiges persönliches
Engagement ab. Reichert will nicht anders, kann nicht anders. Eine Alternative existiert nicht,
auch wenn der Kreis der Zuhörer bei Konzerten in seiner Heimatstadt in aller Regel ein
überschaubarer bleibt. Ausnahmen bestätigen die Regel. "Bei Rihm ist das anders, er
hat in Karlsruhe erfreulicherweise eine 'Gemeinde'", sagt Reichert, "bei Nono oder Cage kommen
nur wenige. Sie sind keine Karlsruher."
45 Festivals mit meist zeitgenössischer Musik hat er bislang organisiert, die Finanzierung
auf tragfähige Beine gestellt, viele Abende dirigiert; alle - bis auf eines - in Karlsruhe,
wie die "Wintermusik" und "Musik auf dem 49." (seit 1980 bzw. 1983)
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Dazu kommen seine Erfahrungen als Leiter des städtischen Teiles der
"Europäischen Kulturtage" (1983 bis 1987) und als Leiter der ersten Projektgruppe
"Zentrum für Kunst und Medientechnologie" (bis 1987 - auch der Name ZKM geht auf ihn
zurück). Reicherts frühe Vision, seine kompromißlose Haltung und seine (an
den politischen Verhältnissen gescheiterte) Konzeption waren wesentliche Marksteine auf
dem Weg des ZKM zur Verwirklichung. Dem ZKM ist Reichert in einem Punkt treu geblieben: Mit
seinen Festivals gastiert er regelmäßig an der Lorenzstraße. Einen besseren
Raum als das Medientheater mit seinen vielseitigen technischen Möglichkeiten gibt es
für ihn in Karlsruhe nicht, ausprobiert hat er viele. Schließlich sind die
Konzerte mehr als nur reines Hörvergnügen. Musik kann man sehen. Wenn man
auf Reicherts dirigierende Hände schaut.
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