| von Harald Schwiers
Aber Pavel klagt nicht. Im Gegenteil: „Man hat mich freundlich und mit offenen Armen aufgenommen“, versichert er. Die Nachbarn sind entgegenkommend und tolerant, auch wenn er mit seinen Plastiken im Freien arbeitet. Dabei gibt es auch mal Motorsägenlärm oder es fallen Späne – alles kein Problem. Sie erfreuen sich an den bunten Bildern und Figuren, die Haus und Wiese zieren. Inzwischen ist auch die internationale Kunstwelt auf den „Karlsruher Kubaner“ aufmerksam geworden, entsprechend seltener ist er in der Fächerstadt anzutreffen.
Bild oben: Pavel Miguel: Die Rebellion der Bonsais, 2001 Material: Holz, Keramik und Metall Dabei ist Pavels Kunst in keine Schublade zu schieben. Er ist vielseitig, von klein auf. Eine lange Liste mit internationalen Ausstellungen belegt dies. Ob Malerei, Plastik, Rauminstallation oder Grafik – Pavel Miguel beherrscht die Technik, die der jeweils von ihm bevorzugte Werkstoff verlangt. „Ich versuche ständig, alle künstlerischen Möglichkeiten auszuschöpfen, die das Material bietet.“ Ob Holz, Ton, Metall oder Polyester, der Stoff verändert sich unter seinen Händen zu neuen Formen und Inhalten. Aber neben der Arbeit mit Herz, Hirn und Händen steht gleichbedeutend die klassisch orientiert Malerei auf der Leinwand. Seine jüngeren Motive, die „Gazellen-Damen“ oder die „Toros“, jeweils eine „Art“ Serie oder Folge ähnlicher Sujets in unterschiedlichen Ausprägungen, könnten auch Familien- (oder Herden-) Bilder sein. Nach und nach aufgenommen, aufgezeichnet. Und die erfreuen sich in ihrer natürlichen Farbgebung auch in Karlsruhe einer immer größer werdenden Fangemeinde. Vielleicht auch, weil seine Farben durchaus etwas vom verhalten-erotischen Rhythmus und dem Herzschlag der Musik seiner Heimat vermitteln. Und Tiere, nahe Verwandte des Menschen, eigentlich eher „Brüder“ gehörten schon immer auch zu seinem Lieblingen. Auf der Leinwand und im Leben.
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