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Die Virtuelle Kulturregion

Harald Schwiers:

Manfred Morlock

(Aus dem Tagebuch der Fächerstadt, INFO-Verlag 1999)

Dazu gehören nicht nur Kleinkunst, Kabarett, Rockkonzerte, sondern auch die weniger auffälligen, dafür nicht minder wichtigen gesellschaftspolitischen Veranstaltungen wie die Präventionstage für Mädchen. Unterm Strich können Morlock und seine Mitarbeiter 70.000 Mark pro Jahr für alle Veranstaltungen zusammen ausgeben; nicht gerechnet ein paar Mark aus Landessondermitteln. Doch damit sind keine allzu großen Sprünge mehr zu machen. Es geht, wie das Jubez beweist, wenn alle an einem Strick ziehen; vor allem aber, wenn sie in eine Richtung ziehen. Und da muß eben auch "gezogen" werden, wenn andere Feierabend oder Wochenende haben und wenn es nur Strippen sind. Der Aufwand rentiert sich, wenn das Publikum zufrieden ist und sich zwischen Künstlern und Veranstalter mehr entwickelt als eine reine Geschäftsbeziehung.

Das gehört zwar nicht zur vertraglichen Tagesordnung, aber Morlock hat zahlreiche Beispiele parat. Volker Pispers gehört dazu, auch Django Asül. Morlocks Spezialgebiet ist die kleinere Form der Kunst, Kabarett, sind Weltmusik oder Folkkonzerte. Viele hat er groß werden sehen, die vor wenig Leuten im Jubez angefangen haben und heute die großen Hallen füllen. Und manche erinnern sich gerne ihrer Anfänge im Jubez und bewahren die Treue (falls es das Management zuläßt). Das gehört dann zu den Freuden von Beruf und Berufung; die Enttäuschung ist mitinbegriffen.

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