| so steht es etwas verschämt und klein auf den Einladungskarten zur Vernissage und das betrifft – denn auf den anderen Karten heißt es ja nur lapidar „Arbeiten auf Papier“ – nur die Werke von Achim Däschner. Es erhebt sich die Frage: „Was war wohl mit dem Mond?“. Genau diese Frage stellte ich dem Galeristen unseres Vertrauens. Die Antwort, nicht wörtlich, aber sinngemäß, war: „Irgendeine persönliche Geschichte, für die Ausstellung völlig ohne Belang“.
Aha. Aber der Stachel – seit wann hat der Mond einen Stachel?!? – sitzt natürlich und löckt. Ist es etwa der Mond über Soho, oder der Mond, der an allem Schuld trägt, der in aller Stille gut gehende, möglicherweise der Mond, hinter dem manche wohnen - könnte es der Mond, der Wandelbare sein, bei dem man laut Shakespeare nicht schwören soll, vielleicht gar der aufgegangene Mond Silchers, der rote Mond (oder war das der Mohn?) – jedenfalls hat der Mond, ob voll ob halb, mit oder ohne Hof, seine Schuldigkeit getan und kann folglich gehen. Bezüglich des Titels schauen wir also etwas betröppelt in den Mond, wie das gleichnamige Kalb oder der Mann dortselbst von Chris Howland und überlassen das anbellen anderen, zumindest wenn Sie nicht denken, der kann mir mal im Mondschein begegnen…la le lu…
Den Mond, so wie wir ihn kennen, suchen wir folglich vergebens in den Arbeiten von Achim Däschner. Obwohl auch der Mond sich mit seinen derzeit bevorzugten Materialien durchaus darstellen ließe. Einen Mond aus Beton gießen? Ein Kinderspiel – nichts leichter als das!
Spielerisch ist vielleicht der richtige Ausdruck für einen problemlosen Zugang zum Material Beton, wie ihn Achim Däschner einsetzt und bearbeitet und von dem es bei seiner Erfindung großspurig tönte, er sei schlicht unverwüstlich. Die Geschichte hat uns besseres gelehrt. Und es ist auch irgendwie tröstlich, wenn wir sehen, daß Betonbauwerke, Brücken und anderes wegen Baufälligkeit wieder ein- und abgerissen werden müssen. Auch Herr Maginot hätte erfahren, daß die nach ihm benannte Linie auch aus betonlicher Sicht alles andere als tauglich war. Wenn er es erlebt hätte; er starb vorher an einer Lebensmittelvergiftung. Die Sichtbetonbauweise, die uns gewisse Architekten vornehmlich ín den 60ern und 70ern mit Schalholzmaserungen schmackhaft machen wollten, taugt nicht viel als Annäherungs-Vehikel, wie wir beim Blick auf die Arbeiten schnell feststellen werden. Das war nur ein plumper Versuch, uns mit einer vermeintlichen natürlichen Ästhetik, der Holzstruktur, milde zu stimmen. Ein Taschenspielertrick.
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