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Wolfgang Hartmanns Statement hat auch heute noch Bestand. Was nicht heißt, Lindau arbeite
noch wie vor 20 Jahren. Seitdem ist viel passiert. Etwa das Projekt "Kunstraum IWKA - 99,99
Prozent aus leerem Raum" (1989) oder der erste Versuch zur Rettung der Durlacher Orgelfabrik,
beide u.a. mit dem Kollegen Georg Schalla, brachten ihm Performance-Erfahrungen und Leben in
die Kulturszene. Lindau berserkert nach wie vor, steht enorm früh auf, arbeitet bis tief
in die Nacht. Er muß das. Zwar malt er schnell, doch seine Bilder benötigen eine
lange Reifezeit. Oft sind das Jahre.
Der zeichnerische Duktus ist immer noch vorhanden, spürbar, tritt aber eher in den
Hintergrund. Geblieben sind auch die Themen und die kritische Auseinandersetzung mit der
Kirche, dem Staat und seinen Machtapparaten und dem angepaßten Glied der Gesellschaft.
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Durchsetzt von beißendem Humor und satirischen Überhöhungen (wobei sich der
Maler keineswegs aus dem Schußfeld nimmt). Das alles in "barocker Manier" aufs Papier
oder die Leinwand gebracht, überquellend von Gedanken und feinsinnigen Spitzen, gerade so,
als wäre ein äußerst scharfsinniger Jurist an ihm verlorengegangen. Man kann
lange in diesen Bildern "spazierengehen". Selbst wenn man glaubt, man habe alles gesehen,
findet man noch genügend Gründe zum Schmunzeln. Immer wieder. Oder zum Staunen.
Uwe Lindau ist auch ein großer Genießer: Im Frühjahr erscheint ein Kochbuch
mit Karlsruher Leibgerichten, zu denen Lindau eine Reihe wunderbarer Illustrationen gearbeitet
hat (INFO-Verlag).
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