|
Goebel baute deshalb zum Beispiel eine Reihe von Musikinstrumenten selbst, bohrte, fräste
in Holz und Metall, um die Grenzen der Tonerzeugung auszuloten und er experimentierte mit
Amateuren und Profis auf "Schrottinstrumenten". Wer so die Grenzen des Hörbaren
erfühlt, hat am Sampling, an der Aufnahme und Veränderung herkömmlicher
Töne per Computer als Kompositionsgrundlage, nur mäßiges Interesse.
Goebel interessieren Töne, die ausschließlich am Computer entstehen können
und das tradierte Instrumentarium ergänzen. Neue, un-erhörte Klangwelten,
verschieben die Grenzen des Gewohnten. Grundlage dazu ist zwangsläufig auch die
intensive Auseinandersetzung mit Programmen. Doch für seine Ansprüche gab es
keine fertigen Programmsprachen oder -bausteine, "learning by doing" ist der einzige Weg.
|
 |
In Stanford jedenfalls traf der Komponist eher zufällig auf eine Projektgruppe des ZKM,
der Kontakt war geschaffen. Das ZKM sah Goebel als die einzigartige Chance, seine Vorstellungen
auf höchstem Niveau umzusetzen. Dazu gehört auch die Verbindung von Forschung und
künstlerischer Produktion, an der Musiker, Techniker und Forscher beteiligt sind, die -
so seine Erfahrungen - jeder eine andere Sprache sprechen. Oder die Verbindung mit der
Bild-Technik, wenn beide Medien gleichberechtigt aufeinander zu gehen und der Ton nicht
die "nette Untermalung" abgibt. Reizvoll war für Goebel aber auch Planung und Aufbau
eines voll digitalisierten Studios mit einem "Konzertraum", der sich sowohl für
elektroakustische Musik (Musik, die nur per Lautsprecher erklingen kann), wie für
"herkömmliche" Konzertarten eignet und natürlich Planung und Realisation des
Medientheaters.
Weiter, bitte
|