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Johannes Goebel

Harald Schwiers:

Johannes Goebel

(Aus dem Tagebuch der Fächerstadt, INFO-Verlag 1999)


Johannes Goebel

Es gibt Kollegen, die beneiden Johannes Goebel um Apparat und Technik, die hinter dem Karlsruher stehen, von HiFi-Freaks, selbst großzügig veranlagten, einmal ganz abgesehen. Goebel ist Leiter des Institutes für Musik und Akustik am ZKM und zugleich "dienstältester Institutsleiter" in den Hallen der einstigen IWKA. Sein Weg aus einem Heidedorf Niedersachsens nach Karlsruhe war nicht unbedingt der direkteste.

Der Umweg führte über die Universität Stanford in Kalifornien. Goebel, der in Hannover Schulmusik studierte und in Freiburg Meisterkurse für elektronische Musik belegte, bekam für Stanford - dem Zentrum für Computermusik und -forschung schlechthin - ein Postgraduirtenstipendium. Dort erhielt er statt Unterweisungen ein Handbuch und einen Computer. "Do it yourself" - das war Philosophie in Stanford. Und sie war Goebel wie auf den Leib geschneidert. Er war und ist "Bastler", ist gewohnt, sich Grundlagen selbst zu erarbeiten. Und ihn reizen Grenzen. Das sind einerseits ästhetische, die man selbst bei der Schöpfung un-erhörter Klangsysteme suchen und schaffen muß und kulturelle Grenzen tradierter Hörgewohnheiten, andererseits ist da die materialbedingte physische Grenze des mehr oder weniger herkömmlichen Instrumentariums und es ist der von der Forschung noch weitgehend unerschlossene Bereich der Umsetzung eines Laut-Signales zwischen Ohr und Hirn und der Wirkung auf die Psyche, der natürlichen Wandlung zwischen "analog und digital" im Menschen.

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