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Doppelter Weg ist doppelte Freude, sagt sich offenbar der Sprücheklopfer der Post. Koste
es wen und was es wolle.
Das Postamt mit den lagernden Päckchen - in fünf Jahren mindestens fünf Mal
umgezogen - leuchtet hell und freundlich. Alle Menschen lächeln, nur die Postler hinter
den Schaltern nicht. Kein Wunder - die bekommen ja kein Päckchen. Im Gegenteil, sie
müssen sie hergeben. Genau wie im Supermarkt stehe ich prompt in der Reihe, in der dem
Vordermann das mühsam zusammengekratzte Kleingeld ausgeht, er einen abgelaufenen Ausweis
hat, der Scanner streikt, der Mitarbeiter aufs Klo oder die Briefmarkenrolle ausgewechselt
muß.
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Mit dem Päckchen - ein dusseliges Werbegeschenk - verlasse ich die heiligen Hallen,
habe - jetzt im Berufsverkehr - 25 Minuten vor mir und glaube fest, dass die Post
Mehrheitseigner einer Mineralölgesellschaft ist. Im Stau reift der Entschluß, keinem
zu schreiben, schon gar kein Päckchen zu schicken, damit liebgemeinte Grüße
nicht zu Frust führen. Wer weiß, vielleicht müßte der Empfänger
in der Waldstadt das Präsent beim Frachtpostzentrum in Bruchsal abholen. Wenn der
Gutenbergplatz beim Bahnhof liegt, ist alles möglich. Da hatte ich ja noch Glück.
Endlich Zuhause öffne ich routinemäßig den Briefkasten: keine Rechnungen,
keine Werbung - kein Wunder, vor einer Stunde habe ich ihn geleert - aber ein markant roter
Zettel....
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