| Karlsruhe. (hs) Der Rabe ist ein vielfältiges Symbol. Mal dient er der Weisheit (wie Ottfried Preusslers Kleiner Hexe als Abraxas), mal ist er ein Scheusal, ein Rabenaas, Gott Wotan schmückte sich mit gleich zwei der schwarzen Vögel, anderswo gilt er als Galgenvogel und Edgar A. Poe schrieb über den Raben ein wunderschönes Gedicht mit dem immer wiederkehrenden Reim „Nimmermehr!“.
Bert E A Klag © Foto: Artis Mythologie hin, Zauberei für den Hausgebrauch her - für den Alltag taugt das alles wenig. Der Karlsruher Künstler und Schriftsteller Bert E. A. Klag, der schon vor gut einem Jahr der Straßenbahnlinie 5 ein literarisches Denkmal setzte („Die Fünf“, der KURIER berichtete), rückt Klischees in seiner jüngsten Erzählung „Die Ravenmutter“ zurecht. Und Klag, vom humanistischen Bildungsgut geprägt, schlägt dabei gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. In der Erzählung verpackt er drei Stories: Die Kindheitsgeschichte eines Rabenfindelkindes, das urplötzlich seiner Frau – wie aus heiterem Himmel – vor die Füße fiel, eine Späte-Liebesgeschichte, die weit über den normalen Haustierfimmel hinausgeht und er gibt einen Einblick in die Tiefenpsychologie des Raben schlechthin, aber aus der Sicht des „Rabenvaters“, der vom Zögling eigentlich so gar nicht akzeptiert, dafür öfter mal direkt behackt wird.
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