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Dabei war Anton Goll kein direkter Branchenkenner: "Ich hatte beruflich nie etwas mit Keramik zu tun," räumt er ein,
aber er sah in der Herausforderung Majolika "mit einer genialen Marke, flexibler Produktion und großer Bandbreite"
eine einmalige Chance. Die galt es zu nutzen. Heute kommen zu Ausstellungseröffnungen in der Majolika-Galerie mehr
Karlsruher, als noch vor wenigen Jahren von der Existenz der Manufaktur gewußt haben. Das zeigt dem Badener h.c.,
dass er auf dem richtigen Weg ist. Der "Blaue Strahl" vom Schloß zur Majolika ist ein weiteres Indiz seines Ideenreichtums
und der inzwischen guten und festen Verbindungen zu wegweisenden Künstlern, denen Goll Gelegenheit zur Arbeit in den
Werkstätten im Hardtwald gibt. Karlsruher Künstler gehören seit eh und je zum Bestand. Goll hegt und pflegt
ihn, wissend um ihre Pfründe und ihre Wertigkeit.
Inzwischen denkt Anton Goll nur noch in Keramik-Dimensionen. Und er sprudelt vor Ideen, gerade zum bevorstehenden
100jährigen Jubiläum der weltberühmten Manufaktur.
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Dass nicht jedem seiner Gedankenblitze der absolute Erfolg gegönnt ist, gehört mit zum Geschäft, ist normal,
wirft ihn nicht zurück. Denn ein wenig Phantasie gehört auch zur Erfolgsstory. So "träumt" Goll davon,
dass eines Tages in jeder deutschen Nobelkarosse mit dem berühmten Stern eine kleine Majolika das Armaturenbrett
ziert. "Warum nicht," argumentiert er, "wenn darin Keramik-Bremsscheiben für ein paar Tausend Mark verbaut sind, kommt
es auf ein paar Mark mehr für eine hübsche Figur nicht an." Zwei, drei Gespräche werden dazu noch
nötig sein, aber die Kunst "im richtigen Moment mit dem richtigen Menschen schwätzen können" ist eine
der Stärken der Badener.
Ganz offenbar zeichnet es auch den Hohenloher aus.
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