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Harald ueber Majolika-Chef Anton Goll

Harald Schwiers:

Ideen-Werkstatt aus dem Hardtwald
Anton Goll im Porträt

Karlsruhe. (hs) "Der isch recht", sagen die Karlsruher und fügen hinzu "er macht 'was!" Ein grösseres Kompliment haben sie nicht im Repertoire. Aber das genügt auch, damit "isch g'nug g'schwätzt". Das grosse Kompliment gilt einem Menschen, der in der Badischen Residenz noch vor knapp einem Jahr leicht geringschätzig als "Schwaben" bezeichnet worden wäre. Heute ist bekannt: Anton Goll, seit eineinhalb Jahren Geschäftsführer der Staatlichen Majolika-Manufaktur, ist kein Schwabe, sondern stammt aus dem Hohenlohischen. Auch wenn dieser Landstrich politisch schwäbisch wurde, sprachlich hat sich seine Eigenständigkeit bewahrt. Und auch der Menschenschlag ist ein anderer, eher sinnlich orientiert, genußfreudig, fast badisch eben. Mit ein Grund, warum sich Anton Goll in Karlsruhe mehr als nur wohl fühlt und er den beruflichen Wechsel nicht bereut hat. Die letzte Integrationsschwelle überschritt Goll im Frühsommer, als er zum "Badener des Jahres" gekürt wurde. Die Auszeichnung des "Bundes Freiheit statt Baden-Württemberg" bescheinigt ihm die Fähigkeit, Akzente zu setzen und neue Wege zu gehen.

Die sucht Anton Goll geradezu. Und er findet sie. Als die Karlsruher Eisbären im Nürnberger Zoo einer Tragödie zum Opfer fielen, fackelte Goll nicht lange. Namensvetter "Anton", über viele Jahre erklärter Liebling aller Zoobesucher, erstand neu als Majolikafigur, verbunden mit einer Spende an den Tierpark. Die alte Keramikform dazu hatte Goll im Fundus gesucht und nach geraumer Zeit entdeckt. Das Projekt war mehr als erfolgreich. Inzwischen hat "Anton" eine Reihe von Nachkommen und sie sind ebenso beliebt wie der bärige Urvater. Als Geschenk, Mitbringsel oder als Zeichen der Solidarität auf einem Schreibtisch. Und alle tragen - dezent auf der Unterseite - das 100jährige Markenzeichen aus der Feder des Majolika-Mitbegründers Hans Thoma, das Wappen mit dem doppelten "M".

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