| Als Entertainer könnte man Schwiers bezeichnen, denn alles hängt mit seiner Spiel-Leidenschaft zusammen. Schwiers spielte schon in der Schule und in der Kirche Theater, und wie bei vielen Künstlern sollte der Versuch einer bürgerlichen Laufbahn folgen: Er studierte Erwachsenenpädagogik in Landau, brach das Studium aber wieder ab. Er machte ein Zeitungsvolontariat und war Redakteur, aber immer spielte er Theater. Eine Höhepunkt war der "Kontrabass" im Sandkorn: Schwiers spielte den alkoholkranken Musiker 120 Mal: "Ich war aber derjenige, der am meisten Bier getrunken hat. In diesem Stück muss es nach Bier riechen." Auf sechs Flaschen Bier brachte er es am Abend - alkoholfreies, versteht sich. Bis zu 250 Mal im Jahr stand er auf der Sandkorn-Bühne, etwa bei der "Offenen Zweierbeziehung" und den "Gefährlichen Liebschaften". Auch hinter der Bühne zog Schwiers die Fäden als Dramaturg oder bei der Organisation von Theaterfestivals.
Harald Schwiers ist auch einer der Väter des Karlsruher Kabaretts. Nach dem Kabarettsterben in den 70-er Jahren gründete er mit dem heutigen Stern-Redakteur Andreas Borchers "Die Ungerächten". Die Hand voll Studenten probte in seinem Wohnzimmer ihr erstes Programm "Justitia geht poofen" - naheliegend, dass in Karlsruhe die Justiz eine große Rolle spielt. Die jungen Kabarettisten zerstreuten sich nach dem Studium in alle Welt, Schwiers zog mit anderen jungen Kabarettisten und dem Programm "Buy-Spielhaftes" durch Süddeutschland und den Konsumterror durch den Kakao. Im Sandkorn etablierte er samstagsabends um 22.30 Uhr eine Nachtkabarett-Reihe; die "Spiegelfechter" waren eine Folge dieser Reihe.
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