| Woran es aber hier fehlt, ist schnell gesagt: Am Kunst-Konsumenten schlechthin. Wer will schon bei einem Glas Alwa-Südhang einen Krieg kaufen?!?. Immerhin: Der Wein bei Knecht ist ehrlich. Aber hilft das zum Überleben? Nicht wirklich. Vor allem, wenn die Kunst alles andere als schmeichelhaft ist? Schmeicheln aber gehört nun nicht zu Alfs Galerie-Programm.
Seine Wahrhaftigkeit, die sich schon in der Auswahl der Getränke ausdrückt, kennzeichnet den Galeristen und Menschen Knecht, per se als Diener am Menschen; um sie ist er von klein auf bemüht. Schließlich sollte und wollte er mal, als ordentlicher Sohn des Bayerischen Staates, in der Diaspora Escheburch – Aschaffenburg – geboren, Pfarrer werden. Der Rest – Matura in Salzburch – also in der damals gerade nicht angeschlossenen Hauptstadt der Mozart-Kugel, gab Knecht den Rest. Sein löwensenfgestärkter Landesvater fand keinen Gefallen am Balkan-Abi. Da blieb ihm nur der Weg in den freien Westen. So fand der unkonforme Denker und Handler in Baden Asyl. Wo auch sonst…
Alfred Knecht und Hans Baschhang Aber: 10 Jahre Galerie Knecht – ich bitte Sie. Er hätte doch in dieser Zeit – auch als Bayer in Baden - lernen können, daß man mit ehrlicher Haut – für einen Theologen übrigens nicht selbstverständlich - keine Kunst verkaufen kann.
Das Ansinnen bedarf doch zumindest eines professionellen Caterings, auch wenn es sich bei den angesprochenen beliebten Events meist nur um Convenience-Produkte handelt, die bestenfalls das Geschmacksniveau von Pappmaché mit Tapetenkleister erreichen. Ein treuherziges Gesicht hilft da auch nicht viel weiter. Gut. Es mag ein paar gute Seelen geben, bei denen das noch zieht. Die wenigen trifft man im sogenannten Büro der Galerie. Dort hängt in aller Regel das Beste und wenn es bei der Vernissage gar zu langweilig wird, Wein oder Brezeln gerade umlagert sind, gibt es hier immer ein paar Bilderbücher oder Kunstkataloge zum unverbindlichen Durchblättern; gelegentlich auch einen Aschenbecher… Aber die paar Rumhänger, wir kennen sie doch alle – also um mal ehrlich zu sein – die kaufen doch bloß aus Mitleid. Und man weiß nicht, ob das Mitgefühl dem Galeristen oder dem Künstler gilt (Ausnahme: Krieg und Baschang). Generell kannste das doch vergessen…da geht es nur noch ums Brot…und es ist hartes Brot, aber manche mögen einfach die Knäuschen.
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