|
Gastbeiträge für die SWO | Kulturredaktion
Rezension von Dr. Wolfgang Peter:
Wolfgang Wallner-F.: "Joseph -- Der Weg zum Graal" Das soeben erschienen Buch von Wolfgang Wallner-F. ist ein ungewöhnlicher, spannender Reisebericht der anderen Art, führt doch die Reise nicht in ferne Länder, sondern zeichnet den Weg des Menschen zu sich selbst, zu seinem wahren Wesen, das nur in der Vereinigung mit dem All, mit dem Ganzen des Seins, oder, genauer gesprochen, mit der schöpferischen Quelle allen Seins, zu finden ist. Der Leser wird dazu eingeladen, den Protagonisten der Handlung auf seiner Reise zu begleiten, sich mit ihm zu identifizieren, und doch zugleich seinen eigenen, ganz persönlichen Weg zu wählen. Wolfgang Wallners Buch wird ihm dazu viele Anregungen geben.
Bild oben: Wolfgang Wallner-F.: "Joseph -- Der Weg zum Graal Die Reise beginnt damit, dass der Held der Geschichte in ein merkwürdiges altes, verstaubtes Theater verschlagen wird. Die Bühne ist durch einen Spiegel vom Zuschauerraum getrennt, doch wird der Spiegel bald durchscheinend, eine Öffnung bildet sich in der Mitte und zwei Personen werden sichtbar. Die eine Gestalt sitzt an einem Tisch, wirkt alt, krank und müde und scheint gerade die Feder beiseite gelegt zu haben, mit der sie in dem vor ihr liegenden Buch geschrieben hat. Die andere Figur, deren Geschlecht sich nicht bestimmen lässt, erhellt die Szene mit einem Leuchter und liest einzelne Passagen aus dem Buch vor. Offensichtlich handelt es sich um ein Textbuch zu einem seltsamen Theaterstück, das aufgeführt werden soll, doch scheint der Hauptdarsteller abhanden gekommen zu sein. Der Held der Geschichte wird eingeladen, selbst diese Rolle zu übernehmen und trägt von nun an den Namen Joseph. Das Textbuch aber ist wohl das Buch des Lebens, die noch unvollendete Geschichte der Schöpfung -- oder der Weg zum Graal. Bald wird deutlich, dass die Gestalt mit dem Leuchter Luzifer ist und der Alte erweist sich als Gott selbst, doch zeigt er sich hier nicht Glanz und Glorie, sondern erscheint als der verwundete Fischerkönig aus der Gralssage. Er leidet selbst an den Folgen des Sündenfalls, der Luzifer seinem Wesen entrissen und ihn so seiner Ganzheit beraubt hat. Die Sehnsucht nach Wiedervereinigung durchzieht alle Welten, die göttliche und die menschliche, und nur, wenn sie sich alle wieder ineinander verweben, kann das Ziel, der Graal, erreicht werden.
weiter bitte
zurück zur Übersicht bitte | |