| Überregionales Interesse galt der Vorstellung des neuen Spielplans des Bremer Theaters auch insofern, als es sich um die erste Saison des neuen GMD und Operndirektors in Bremen, Lawrence Renes, handelt. Der 31jährige wird mit der Eröffnungspremiere von Verdis "Aida" (noch im Theater am Goetheplatz) und mit Wagners "Lohengrin", der in der Inszenierung des Strehler-Schülers Henning Brockhaus bereits im Gebäude des Musicaltheaters am Richtweg Premiere haben wird, zwei epochemachende Werke der Opernliteratur vorstellen. Außerdem übernimmt Lawrence Rene die musikalische Leitung der Neuproduktion von Smetanas "Verkaufter Braut". Auf dem mit Spannung erwarteten neuen Spielplan des Musiktheaters in Bremen stehen ferner Opern von Britten ("Der Raub der Lukrezia") und Rossini ("Der Barbier von Sevilla"). Mit der Uraufführung von Giorgio Battistellis "Der Herbst des Patriarchen" (auf ein Libretto nach dem gleichnamigen Roman des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel Garcia Márquez) am Ende der Spielzeit wird das Bremer Theater abermals im Zentrum republikweiten Interesses stehen. Als ein Geheimnis der außergewöhnlichen Erfolgsserie des Bremer Theaters in den letzten Jahren (siehe auch die Kritik zu Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk" in SWO) kann das Prinzip der für jede Neuproduktion wechselnden Regieteams angesehen werden, mit dem das Theater bereits im Ansatz jeder Verkrustungsgefahr durch "Regie-Dubletten" (Pierwoß) entgegenwirkt.
Ein vollständiger Überblick über den Gesamtspielplan des Bremer Theaters in der neuen Saison 02/03 kann unter www.bremertheater.com (Presse) eingesehen werden. Für die Freunde avancierter Schauspielkunst sei noch auf die letzte Vorstellungsserie des theatralischen Monumentalereignisses "Die letzten Tage der Menschheit" von Karl Kraus im U-Boot Bunker Valentin in der Zeit vom 11.8. bis 22.9.02 hingewiesen (Telefonverkauf: 0421-3653-333). Die Leser aus der Süd-West-Region dürfte noch interessieren, daß das Badische Staatstheater in Karlsruhe ab der nächsten Saison mit der Sopranistin Ina Schlingensiepen vom Bremer Theater verstärkt wird. Frau Schlingensiepen singt z.Zt. in Bremen u.a. noch die Musetta in der Bremer Neuproduktion von Puccinis "La Bohème". Ein Bericht in SWO ist für den Mai geplant.
Christian Tepe
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