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Christian Tepe über Eugen Suchons „Krútnava“ am Slowakischen Nationaltheater in Bratislava

Christian Tepe in der Virtuellen Kulturregion

Einheit von Gott, Mensch und Natur

Eugen Suchons „Krútnava“ am Slowakischen Nationaltheater in Bratislava

Der slowakische Filmregisseur Juraj Jakubisko hat für Suchons Ansichten heimatlicher Lebenswelten eine überaus einfühlsame, keineswegs restaurative Bildästhetik gefunden, die gerade für den an das deutsche Regietheater mit seinen Vergrübelungen und Ironisierungen gewohnten Zuschauer eine durchaus neue Theatererfahrung bedeutet. Während Jakubisko das Beziehungsgefüge zwischen Katrena, Ondrej und dem alten Stelina realistisch-präzise durchleuchtet, haben er und sein Bühnenbildner Milan Ferencik für das metaphysische Gehäuse der Handlung ein Natur- und Seelengemälde von großer atmosphärischer Dichte geschaffen. Ihr ikonisches Szenogramm legt die mystische Einheit von Gott, Mensch und Natur als seelisches Prius aller dramatischen Aktionen offen und lässt eindringlich nachempfinden, warum „Krútnava“ als die slowakische Nationaloper schlechthin gilt.

Christian Tepe über Eugen Suchons „Krútnava“ am Slowakischen Nationaltheater in Bratislava im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg

Mystische Einheit von Gott, Volk und Natur in Juraj Jakubiskos Inszenierung von Eugen Suchons Oper "Krútnava". © Foto: Foto: Slowakisches Nationaltheater Bratislava.

Die eigentliche Hauptrolle fällt dabei dem Chor zu - und das Chorensemble des SND erweist sich als ein Sängerkollektiv von höchster Leistungsfähigkeit: einfach bezaubernd die klangliche Prachtentfaltung und darstellerische Vitalität der Volksszenen; hymnisch strahlend und von raumgreifender Erhabenheit dagegen die kommentierenden Passagen zu Beginn und am Ende, in denen die Chorsänger nach dem Modell des antiken Tragödienchores figurieren; voller imaginativer Spannung schließlich jene Momente, wenn der Chor zur inneren Stimme des um sein Seelenheil ringenden Ondrej wird.

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