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"AN DER MUSIK VORBEI INSZENIERT" Unterkühlte „Aida“ zum Musiktheater-Auftakt in BremenUnterkühlte „Aida“ zum Musiktheater-Auftakt in Bremen
So ärgerlich wie jetzt die Bremer Neuinszenierung von Verdis „Aida“ versagt sich selten eine Musiktheater-Produktion beinahe jegliche szenische Bezugnahme zum musikalischen Geschehen. Exemplarisch für David Mouchtar-Samorais Herangehensweise an das Werk ist das Schlussbild, in dem Aida (Birgit Eger) und Radames (Sergey Nayda) fast regungslos ausharren; zwei, die sich nicht kennen, zwei, die nichts miteinander zu tun haben. Was sie singen, klingt angesichts ihrer darstellerischen Ausdrucksindifferenz wie eine unglaubwürdige Legende: Szenische Einfallslosigkeit, die allen betörenden Tönen zum Trotz Langeweile provoziert. Die metaphysische Dimension des Werkes, Aidas Vision „Vedi, di morte l’angelo“ verebbt in einem szenischen Nichts. Ähnlich belanglos wirken viele der affektbesetzten Selbstreflexionen und Begegnungen der Figuren: Von Radames‘ in Rampenarien-Manier dargebotenem „Celeste Aida“ bis hin zur unsichtbar bleibenden Erotik von Aidas Sirenengesang „La, tra foreste vergini“ hält sich der Eindruck des szenisch Unausgereiften, beängstigt der Mangel an sorgfältiger Personenführung.
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