| "Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos", eine "Radikalkomödie", wurde 1991 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt und gilt als eines von Schwabs besten Werken. Der klumpfüßige Herrmann, in dem man unschwer ein alter ego Schwabs erkennen kann, lebt zusammen mit seiner Mutter im Souterrain eines Grazer Mietshauses. Frau Wurm, Putzfrau und strenggläubige Katholikin, tobt die Verzweiflung über ihr gescheitertes Leben an ihrem Sohn aus. Der Vater ist auf und davon, ihr bleibt nur ein lebenslanges Schuldgefühl und eine ausgeprägte Körperfeindlichkeit. Die beiden, in innigem Hass verbunden, liefern sich einen täglichen Schlagabtausch. Herrmann hält sich für einen genialen Maler und träumt vom Ruhm und Glanz eines Künstlerlebens: "Graz... wird man sagen... und Wurm... wird man sagen...". Ein bitterer Selbstkommentar Schwabs.
Über der Wurmschen Wohnung erhebt sich die grässlich-gemütliche Behausung der Familie Kovacic, die soeben zum Stolz der ganzen Familie mit neuen Möbeln versehen wurde. Herr Kovacic "seit zwei Generationen ein einheimischer Deutsch-Österreicher... und ein Angestellter obendrein" verachtet die Wurms, es wird nach oben gebuckelt, nach unten getreten, bespitzelt und übervorteilt. Es herrscht Krieg aller gegen alle. In aller Gemütlichkeit trinkt man seinen allabendlichen Schoppen, nebenbei wird schon mal der Hamster erschlagen oder der Tochter unter den Rock gegriffen. Die Kovacic-Familie: eine monströse Ausgeburt spießiger Wohlanständigkeit. Die Familie als Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft wird in ihrer finstersten Form vorgeführt.
Ganz oben im Haus thront die Professorenwitwe Grollfeuer, eine großbürgerliche Dame, die geheime Herrscherin des Hauses. Die Geburtstagsfeier, zu der sie die Hausgemeinschaft einlädt, wird keiner unbeschadet überstehen. Mitleidlos inszeniert sie das finale Inferno. Ein wortgewaltiger, entsetzlich-komischer Albtraum.
Premiere am 01. April 2004 Weitere Vorstellungen im April: 08., 15. und 22. April jewiels um 20 Uhr
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