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Badisches Staatstheater Karlsruhe in SWO: Die Entführung aus dem Serail

Staatstheater Karlsruhe
www.staatstheater.karlsruhe.de

Staatstheater Karlsruhe in der Virtuellen Kulturregion SWO

Spielzeit 2003/2004
DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

Man kann eine Verwandtschaft zu Goethes "Iphigenie auf Tauris" erkennen, die aber rein zufällig ist, da das Stück damals noch nicht öffentlich aufgeführt worden war. So gibt Selim Bassa dem Sohn seines Todfeindes bei der Freilassung folgenden Gruß auf den Weg: "Nimm deine Freiheit, nimm Konstanze, segle in dein Vaterland, sage deinem Vater, es wäre ein weit größer Vergnügen, eine erlittene Ungerechtigkeit durch Wohltaten zu vergelten als Laster mit Lastern zu tilgen." Die Befreiten haben verstanden – deutlich zu hören aus ihrem Refrain: "Wer so viel Huld vergessen kann, den seh’ man mit Verachtung an". Darüber hinaus aber gab sich Mozart nicht mit dem engen Rahmen der vorgegebenen Operngattung zufrieden, sondern nutzte die künstlerischen und technischen Möglichkeiten der Wiener Hofoper, um das Singspiel in Richtung einer großen Nationaloper zu erweitern. Höchste Ansprüche stellte er insbesondere an die Sänger der Konstanze und des Belmonte. Mit Osmin wurde der Bassbuffo zu einer Charakterrolle veredelt, die dem Sänger zudem die Farben des schwärzesten Bassregisters abverlangt. Weit über den Singspielton der Zeit geht auch der Orchestersatz hinaus, der nach sinfonischen Prinzipien gearbeitet ist und großen Reiz aus den selbständig hervortretenden Bläserfarben gewinnt.Die als Eröffnungspremiere der europäischen Kulturtage geplante Produktion muss sich – abgesehen von musikalischen Fragen – allerdings auch aktuellen Zeitbezügen stellen. Das über zweihundertjährige Libretto gibt auch heute noch Anlass, das Verhältnis zwischen Herrschenden und Untergebenen, Mensch und Religion, Frauen und Männern und vor allem Deutschland und der Türkei zu hinterfragen. Die türkische Regisseurin Yekta Kara, die langjährige Intendantin der Istanbuler Oper, wird aus ihrer Perspektive der bisher männlich-westlichen Rezeptionsgeschichte neue Sichtweisen gegenüberstellen.

Alle Termine:
Samstag, 17.04, 19:30 Uhr,Großes Haus, (EUR 13,00 bis 45,00)
Mittwoch,21.04, 20:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Sonntag, 25.04, 19:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Dienstag,27.04, 20:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Mittwoch,05.05, 20:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Freitag, 21.05, 20:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Sonntag, 06.06, 15:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Freitag, 18.06, 20:00 Uhr, Großes Haus (EUR 8,00 bis 29,00)
Zum letzten Mal in dieser Spielzeit: Samstag, 17.07, 19:30 Uhr Großes Haus

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