| Premiere : Samstag, 13. März 2004, 19.30 Uhr|Kleines Haus In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Wolfgang Heinzel | Regie: Robert Tannenbaum | Bühne und Kostüme: Peter Werner Mit: John Pickering (Kurt), Beverly O’Regan-Thiele (Woman) und Janja Vuletiæ (Michael); Badische Staatskapelle
War Schwitters nihilistischer Kulturanarchismus in den zwanziger und frühen dreißiger Jahren noch ein fröhliches Bekenntnis eines etablierten Avantgardisten, so sieht 1948 – zur Zeit der Handlung von Michael Nymans neuester Oper – seine Situation anders aus. Wieder ist ein Weltkrieg zu Ende gegangen, noch zerstörerischer, monströser als der Erste.
Das erlittene Leid, die begangenen deutschen Verbrechen, die Mühsamkeiten des Nachkriegsalltags quälen die Menschen. Schwitters hat den Boden unter den Füßen verloren. Sein Atelier in Hannover ist zerstört, als entarteter Künstler verfolgt musste er fliehen und lebt nun verarmt, vereinsamt und krank im englischen Exil. Seine Welt ist zerbrochen, doch nicht Schwitters’ Kunsthaltung. Aufrecht behauptet er mitten in der Londoner Trümmerlandschaft seine lebensbejahende Dada-Kunst. Setzt der Sinnlosigkeit der Welt die Sinnfreiheit seiner Werke entgegen – auch den widrigsten Umständen, dem Hunger zum Trotz. Der heruntergekommene Sonderling stößt an und fällt auf.
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