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News vom Badischen Staatstheater Karlsruhe im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg

www.staatstheater.karlsruhe.de

Das Badische Staatstheater Karlsruhe im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg

Spielzeit 2011/2012

Uraufführung beim 1. KAMMERKONZERT

Neben den Werken von Jean Françaix, Darius Milhaud & André Caplet steht eine Uraufführung auf dem Programm des 1. Kammerkonzerts: Felix Treibers Neues Werk für Flöte, Klarinette, Fagott und Klavier.

Felix Treiber wird bei diesem Konzert persönlich anwesend sein. Er wurde 1960 in Stuttgart geboren und u.a. studierte Violine in Freiburg i. Brsg bei Wolfgang Marschner und Nicolas Chumachenco 1984 gründete er das Spohrquartett, als dessen Primarius er neben zahlreichen Rundfunkaufnahmen eine intensive Konzerttätigkeit entfaltete. 1987 wurde er Mitglied der Badischen Staatskapelle Karlsruhe; 1995 bis 2001 wirkte er dort als stellvertretender Konzertmeister. Seit 2002 ist er freiberuflich als Komponist, Geiger, Pädagoge und Herausgeber tätig. Er ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Karlsruher Ensemble Sorpresa, das sich sowohl zeitgenössischer Musik und selten zu hörenden älteren Werken als auch genreübergreifenden Projekten wie „Kammermusik und Ballett“ und Musik zum Stummfilm widmet. Treibers Werke, darunter Orchesterwerke, Solo¬konzerte, Vokalwerke sowie vor allem Kammermusik in verschiedensten Beset¬zungen, wurden in Europa, Japan, Russland und in den USA aufgeführt. Ein Teil seines Schaffens ist durch Rundfunkeinspielungen (SWR, RBB Brandenburg) und auf CDs dokumentiert.

Priorität hat in Felix Treibers Tonsprache die Vermittlung emotionaler Dramaturgie und das Ausleuchten von Ausdrucksnuancen. Im Vorhinein konzipierte Strukturmodelle kommen kaum zum Einsatz; vielmehr ergeben sich Klangstruktur und die einer empfundenen Logik folgende Formgebung aus dem jeweiligen expressiven Gehalt. Mitunter finden sich reihengebundene Strukturen neben tonalen Elementen, teils kontrastierend oder auch miteinander verschmelzend.

Etwa so verhält es sich auch mit der kompositorischen Struktur des im Frühjahr 2011 entstandenen Quartetts für Flöte, Klarinette, Fagott und Klavier.

Eröffnet wird das Werk von einer stürmischen Szene, basierend auf einer Zwölftonreihe, durchsetzt von percussiven Schlägen des Klaviers. Vorübergehende Beruhigung bringt eine um den Zentralton „d“ kreisende lyrische Episode, in deren Verlauf ein winziges Motiv sozusagen als zweites Thema an Bedeutung gewinnt. Von diesen beiden Elementen wird im wesentlichen der weitere Verlauf des Werkes dominiert. Nach einer langgestreckten dynamischen Steigerung geht der erste Satz in einer Art abrupter Überblendung nahtlos in einen ruhigen zweiten Teil über, dessen selbstvergessene Verträumtheit hin und wieder kurzen Anwandlungen von Leidenschaft weicht. Ein scherzoartiges Intermezzo stellt die bereits erklungenen Themen und Motive in einen verfremdet-skurrilen Kontext, was sich auch in der geänderten Instrumentierung wiederspiegelt: Die drei Holzbläser bedienen sich ihrer extremen Nebeninstrumente Piccoloflöte, Bassklarinette und Kontrafagott; das pianistische Klangspektrum wird erweitert durch direkt in den Klaviersaiten auszuführende Glissandi. Im Finale kehren die Spieler wieder zu ihren „Hauptinstrumenten“ zurück. Nach Wechseln zwischen zögernder Konversation und vitaler Motorik endet dieser Satz schließlich in einer kraftvollen Coda.

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