| Die Liste verkannter Künstler ist lang, die der vergessenen noch länger. Die Ausstellung von über 70 Werken Oskar Fischers (1892-1955) aus Museen und Privatsammlungen vom 30. Oktober bis zum 25. November 2007 in der Karlsruher Künstlerhaus-Galerie und die begleitende Broschüre konzentrieren sich auf sein bis 1924 entstandenes künstlerisches Werk. Ein 2008 erscheinender ausführlicher Katalog wird darüber hinaus auch Oskar Fischers Leben und Tätigkeit als Graphiker für Organisationen und Publikationen der deutschen Arbeiterbewegung sowie als Werbegraphiker und Ausstellungsgestalter für Wirtschaft und Industrie ausführlich dokumentieren.
Oskar Fischer wurde am 4. August 1892 in Karlsruhe geboren. Nach einer Lehre als Dekorationsmaler besuchte er drei Jahre lang die Kunstgewerbeschule und anschließend von 1912 bis 1914 die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Seine Ende 1914 begonnene freischaffende Tätigkeit als Maler und Graphiker musste er von 1915 bis 1917 wegen seines Militärdienstes unterbrechen.
Anfang 1919 schloss sich Fischer in Karlsruhe der Gruppe “Rih” an, die für eine Erneuerung der Kunst eintreten wollte, und beteiligte sich bis 1920 an deren Ausstellungen. Bereits die erste Ausstellung der Gruppe in der Karlsruher Galerie Moos im April 1919 erregte großes Aufsehen. In einer Besprechung wurde Fischer, der abstrakte, futuristisch-expressive Arbeiten zeigte, als “einer der radikalsten” Künstler herausgestellt, der in kurzer Zeit eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht habe. Seit 1918 beteiligte sich Fischer auch an Berliner Ausstellungen. Zunächst an denen der avantgardistischen Künstlergruppe „Der Sturm”, die Herwarth Walden in Berlin organisierte und als Wanderausstellungen durch viele europäische Länder schickte. In der Zeitschrift “Der Sturm” konnte er zahlreiche Arbeiten publizieren. Darüber hinaus zeigte Fischer seine Arbeiten regelmäßig im Rahmen der Berliner “Novembergruppe”, der er seit 1919 angehörte. Die Erfolge in Berlin ermunterten ihn, 1921 dorthin überzusiedeln.
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