| BBK Karlsruhe Am Künstlerhaus 47, 76135 Karlsruhe Dauer der Ausstellung: 22 Feb bis 13 März 2011 Di - Fr 16 - 18.30 Uhr, Sa - So 11 - 14 Uhr
Marianne Hopf
Die neuen großformatigen und beidseitig bemalten Papierarbeiten von Marianne Hopf schließen stilistisch an Arbeiten der Künstlerin an, die sich mit der organischen Pflanzenwelt befassten. Nach dem Ausflug in die abstrakt expressive Malerei ist nun in der Farbigkeit eine Reduktion eingetreten, die auch schon in früheren Papierarbeiten zu finden war und die sich an erdige Naturtöne hält. Schwarz und weiß sind die wichtigsten Kontraste der eher graphischen als malerischen Gestaltung. Die Grundierung der Blätter mit Leinölfirnis lässt die Flächen transparent werden, so dass die jeweilige Gegenseite durch die Vorderseite hindurch scheint und so eine räumliche Wirkung erzielt wird, die Hopf zuvor gelegentlich mit übereinander gelegten und teilweise ausgeschnittenen Blättern gewonnen hatte.
Vielschichtigkeit, Raum und Transparenz sind das zentrale Thema, das auch in der Malerei selbst beherrschend ist. Blüten, Steine, Gräser drängen sich dem Betrachter als Assoziation auf und werden doch ganz aus den rein ornamentalen Formen gewonnen. Temperamentvoll und kräftig sind diese Formen, strotzend von Wachstum und Energie, lebenssprühend, Licht und Schatten formulierend und sich im Hier und Jetzt behauptend. Gleichzeitig zeugen sie von einer gewissen materiellen Härte, die ihnen Substanz und Widerstandskraft verleiht, der man Dauerhaftigkeit zutraut. Das Prinzip des Wachstums scheint sich in den Strukturen zu manifestieren und zugleich zum Paradigma zu gerinnen.
Hochspannung und Dynamik, gegenseitige Durchdringung und Aggressivität des Ausdrucks gesellt sich zu der Leichtigkeit und Lichtdurchlässigkeit des Materials. Der den Bildern immanente Raum strahlt hinaus in den realen Raum, so dass die von den Bildrändern angeschnittenen Formen wie der Ausschnitt aus einem größeren Zusammenhang erscheinen, den die Fantasie des Betrachters imaginiert. Ursula Prinz, Berlinische Galerie
Marianne Hopf im SWO-Künstlerinnenporträt: "immer nach hause"
Gerd Nöldner - Zeichnen ohne Stift und Farbe...
Ganz ruhig und unauffällig kommt Gerd Nöldners Kunst daher. Wenn man sie aber nicht gleich übersieht dann kommen einem ganz schnell Fragen auf. Was ist das, dass sich so subtil auf unsere Netzhaut legt und uns dann kaum noch los lässt? Fotografie, Zeichnung, Druckgrafik?
Der Künstler muss immer wieder erklären, wie seine Bilder entstehen. Es sind ganz einfach Collagen aus Zeitungspapier. Wer ganz genau hinschaut, erkennt auch die Schnittstellen und gerissene Fragmente aus denen die rein abstrakten Werke bestehen. Immer den gleichen Ausschnitt, aus der gleichen Zeitung, benutzt Gerd Nöldner um ein neues Bild zu erschaffen.
Der Bildaufbau ist kein Zufall. Der Künstler hat konkrete Vorstellungen, die er nach und nach, Schnipsel für Schnipsel zu Papier bringt.
Man könnte es auch zeichnen ohne Stift und Farbe nennen. Seine Collagen bestehen zwar aus vorgefundenen Strukturen, die Idee und die Zusammensetzung ergeben jedoch ganz und gar die unverwechselbare "Handschrift" des Künstlers. Die Farbigkeit ist reduziert, wenn sie nicht ganz aus den verschiedenen Grautönen einer Zeitung besteht. Das macht die Bilder so unaufdringlich und doch spannend. Eine Kunst, die uns versöhnen soll; unseren Augen eine wohltuende Pause gönnt, von all den "schreienden" Bildern und vor der provozierenden Werbung, in unserer Zeit.
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