| Naheliegend also, nun einmal von der anderen Seite aus zu suchen: vom Text her, von der lyrischen Bildsprache her zu versuchen, ob und welche Verbindungen sich dann ergeben.
Den konkreten Anlass weiß ich noch genau: "Ohne Schwerkraft“ ist der Titel des "Gedichts des Monats Oktober, welches Uli Rothfuss, der ja in der SWO-Kulturredaktion für das gesamte Spektrum der Literatur zuständig ist, ausgewählt hatte.
Hin und weg, hingezogen und heftig bewegt, war ich von diesem Gedicht, von der enormen Leisestärke, mit der Barbara Zeizinger erzählt, ja erzählt: denn es gelingt ihr, lyrische Sprache sehr narrativ einzusetzen, zu schreiben, zu erinnern, sich und uns. Es entsteht eine Kommunikationsebene oberhalb der Sprache, die wir wieder als Bilder erleben können – und genauso wie bei der Bildenden Kunst sind diese Bilder wieder ganz individuell, für jeden ganz persönlich und doch für viele gültig.
Zeit spielt hier auch eine wichtige Rolle: der in der (Kritik der) Bildenden Kunst oft vorkommende Begriff der Mimesis benennt ja auch die Erinnerung als wesentliches Element der Kunstwahrnehmung – Erinnerung jedoch nicht an ein konkretes Ereignis, sondern Erinnerung eher an ein Gefühl, an einen Seinszustand. Wir wissen aber nicht genau, ob dieser Zustand eine Erfahrung benennt oder selbst wiederum nur eine Erinnerung oder eine Vorstellung. Wir wissen nicht, ist es ein Zustand unseres Lebens oder die Vorstellung eines solchen.
Die Shakespeare Sisters singen ganz zu recht über das Leben: Life is a strange thing. Just when you think you learnt how to use it It's gone (Shakespeare Sisters: Hello, turn your radio on)
Jetzt aber zum ersten Lyrikerinnenporträt: Barbara Zeizinger:
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