Obsessive Malerei – Ein Rückblick auf die Neuen Wilden Ausstellung im ZKM | Museum für Neue Kunst Karlsruhe von 27.09.2003 bis 04.01.2004 "Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch, zu sterben" Über diese Aussage aus Franz Kafkas Tagebüchern habe ich schon mit verschieden(st)en Menschen diskutiert, wobei mir klar wurde, daß es bei derart existenziellen Aussagen nicht um Wahrheit (im Sinne von Logik oder Beweisbarkeit oder Empirie oder Irgendwas dieser Art) geht, sondern um Erfahrung: "wenn Ihrs nicht fühlt, Ihr werdets nicht erjagen".
Gedanken sind Feuer - Bild von Walter Dahn/ Jifií Georg Dokoupil Der Titel "Gedanken sind Feuer" – Titel eines Bildes von Walter Dahn und Jifií Georg Dokoupil - ist genauso. Wahr und klar.
Wir sind in der Ausstellung "Obsessive Malerei - Ein Rückblick auf die Neuen Wilden". "Sie sind nicht mehr wild jung und sie sind auch nicht mehr neu" sagt Friedrich E. Rentschler, als Sammler und Hauptleihgeber dieser Ausstellung im Museum Für Neue Kunst in Karlsruhe, in seinen einleitenden Ausführungen in die Ausstellung. Den Titel hatte er selbst von die "Jungen Wilden" in die "Neuen Wilden" geändert.
"Gedanken sind Feuer" - ein doppeltes Bild: im Sinne einer Metapher empfinde ich es als Kernstück des Aufbegehrens der (damals noch) jungen Wilden gegen Minimalismus und gegen die konzeptuelle Kunst, denen gegenüber der "Hunger nach Bildern" (Ulrike Gehring im Katalog) bedient werden mußte. Denn erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Nach den feurigen Gedanken bleibe ich hängen an Helmut Middendorfs "Red Singer". Rot und Rot und Schwarz und dann noch ein wenig Blau - Malerei aus purer Lust an der Malerei. Treten wir ein, oder fallen hinein
weiter bitte
zurück zur Übersicht bitte |