| "Ein wahrer Mensch muß fern von Menschen sein"
Max Beckmann – Druckgraphik 1914-1924 Ausstellung vom 19. Februar bis 22. Mai 2005 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe Das dialektische Verhältnis von Nähe und Distanz, das uns in der heutigen Massengesellschaft ja bestens vertraut ist, wird, so erscheint es mir, insbesondere durch die Technik des Holzschnitts besonders unterstützt und sichtbar. “Vor dem Maskenball“ (vorherige Seite) zeigt die Einsamkeit der Menschen in einer Gruppe.
"Selbnstbildnis", 1922 Holzschnitt auf Büttenpapier, 22,2 x 15,5 cm Interessant ist es, vor diesem thematischen Hintergrund die zahlreichen Selbstporträts Beckmanns neu zu betrachten. Auch hier erscheint mir wieder ein Holzschnitt als die stärkste Arbeit.
Nun ist Einsamkeit natürlich nicht erst in der Massengesellschaft Gegenstand der Kunst und des Denkens. Abschließend möchte ich die Ausstellung kommentieren im Schillerjahr natürlich mit einem Zitat des großen Dichters. In einem Brief, den er 1789 an Goethe schreibt, zitiert er selbst Kleist: “Es sieht vielleicht misanthropisch aus, aber ich bin Kleists Meinung: Ein wahrer Mensch muß fern von Menschen sein.“ (Zitiert nach Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller, Insel-Verlag, 2004, S. 355)
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