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Ausstellung des Monats Februar 2006_Kunst der 20er Jahre in Karlsruhe

Ausstellung des Monats

Februar 2006

"Auf der Galerie"

Die 20er Jahre in Karlsruhe


Ausstellung vom 10. Dezember 2005 - 12. März 2006 in der Städtischen Galerie Karlsruhe

Ich möchte Ein Bild herausgreifen, daß mich immer wieder in seinen Bann zieht: Die Freunde, 1924 von Wilhelm Schnarrenberger; heute im Besitz der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.

Das Gruppenporträt aus dem Jahr 1924 versammelt fünf Freunde vor einem offenem Fenster: den Maler selbst, drei Architekten und einen Keramiker.

Kunst der 20er Jahre in der Städtischen Galerie Karlsruhe im Kunstportal Baden-Württemberg

Bild oben: Wilhelm Schnarrenberger: Die Freunde, 1924
Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
BIG (69 K) auf Klick

Geradezu eine Einladung zur Interpretation: das Gefühl der Zusammengehörigkeit ist deutlich gebrochen: Mimik und Augen der fünf Männer lassen aufkommendes Mißtrauen und Distanz erkennen. Vielleicht zeigt uns der Maler, daß das Voneinander-Getrennntsein sozusagen die Voraussetzung ist für ein Gefühl der Zusammengehörigkeit; Voraussetzung und das Grundsätzlichere: während Zusammengehören nur eine Vorstellung ist, ein Gefühl, ist das Getrenntsein eher existenziell: ein Zustand, der eben so ist, wie es beispielsweise auch der Zeitgenosse Kafka (etwa: "Auf der Galerie") literarisch festgehalten hat.

Einen ganzen Film könnte man aus diesem Bild heraus rekonstruieren oder anders gewendet: dieses Bild alleine erzählt viele Geschichten.
Wer diese Ausstellung besucht, wird noch weitere Geschichten für sich entdecken. Natürlich sind die Bilder, die Menschen zeigen, dabei besonders ergiebig.

Unbedingt erlebenswert sind auch die Fotografien in der ersten Etage; etwa die Aufnahmen mit Karl und Hilde Hubbuch aus dem Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum zeigen eine vitale, humorvolle Familie mit einer erfrischenden Selbstironie, die seinerzeit vielleicht noch lebenswichtiger war als heute.

Im großen Reichtum der Präsentation kann jeder für sich die Arbeiten entdecken, die ihn besonders interessieren. Um das Ganze zu erfassen empfiehlt sich der im Swiridoff-Verlag erschienene, wieder sehr gut gemachte Katalog (240 Seiten, 219 Abbildungen, 24,80 €)

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