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Ausstellung des Monats Dezember 2004

Ausstellung des Monats

Dezember 2004

"...und enthält doch die ganze Welt"

Camill Leberer – Zeichnungen
Ausstellung vom 27.11.2004 – 30.01.2005 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe

Diese Zeichnungen aus Rom bilden nur eine Abteilung der eher retrospektiv angelegten Ausstellung; vielleicht aber auch deren Motiv und inneren Ausgangspunkt. Weil aber Camill Leberer hier keine Stadtansichten anfertigte, sondern jeweils allein, “an sich“ fertige Bilder zeichnen wollte, so stehen diese Arbeiten in einem sehr intensiven und meines Ermessen nur in der Ausstellung selbst zu erlebenden Spannungsverhältnis zu den Arbeiten, die zuvor und danach entstanden sind.
Insofern gilt, was ich nachfolgend aus der Pressemitteilung der Kunsthalle zitiere, für die Arbeiten aus Rom und für die ganze Ausstellung:

Camill Leberer in der Kunsthalle Karlsruhe im Kunstportal Baden-Württemberg

Ohne Titel, 1984
Kohle auf Zeichenpapier
44 x 58 cm

“Beflügelt von den Eindrücken der Ewigen Stadt entstanden zumeist kleinformatige Graphitzeichnungen. Wie den Künstlern im neunzehnten Jahrhundert dienten ihm Bleistift und Papier dazu, das Gesehene zu verarbeiten. Doch anders als diesen ging es Camill Leberer nicht darum, einen Vorrat beobachteter Motive in Studienblättern anzulegen, die sich später in Stadtansichten umsetzen ließen. Als Künstler im Gefolge moderner Abstraktion erfaßte er Gedächtnisbilder: In allabendlichen Erinnerungen an Bauten, Plätze und Bäume, galt sein Augenmerk ihrem Übergang vom Unbewußten in die Zone klarer Vorstellung. So sind seine zarten, sparsam aufs Blatt gesetzten Kürzel keine unmittelbaren Wiedergaben betrachteter Dinge, sondern schwebend auftauchender, vielschichtig überlagerter innerer Bilder. Durch kontinuierliches Zeichnen bildete sich allmählich ein Formvokabular heraus, in dem Geometrie und organisches Kreisen, Raumbegrenzung und Bewegung im Raum ineinander wirken. So klein die Formate dieser Blätter auch sein mögen, der Strich verwandelt ihre Fläche in weite Räume.“

Ich glaube, Camill Leberer hat recht: bei aller Räumlichkeit und Weite hat die Zeichnung hat etwas Punkthaftes und enthält doch die ganze Welt“.

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