| "...und enthält doch die ganze Welt"
Camill Leberer – Zeichnungen Ausstellung vom 27.11.2004 – 30.01.2005 in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe “Die Zeichnung hat etwas Punkthaftes und enthält doch die ganze Welt“ zitiert Dorit Schäfer, die, gemeinsam mit Siegmar Holsten die aktuelle Camill Leberer-Ausstellung in der Karlsruher Kunsthalle kuratiert hat. Bei einem der ausstellungsvorbereitenden Atelierbesuche hat Leberer dies formuliert.
Was auf Anhieb nicht übertrieben bescheiden klingt, darf, sogar als Titel, stehen bleiben, weil es, glaube ich, wahr ist und weil es mir die Dialektik der Arbeit Leberers und vielleicht nicht alleine dieser sehr gut – eben auf den Punkt zu bringen scheint:
Ohne Titel, 2003 Graphit und gesprühter Lack auf Transparentpapier 42 x 29,5 cm Die ganze Welt, das ganze Leben sind Thema der Kunst und haben doch nicht in ihrer Fülle und Komplettheit Platz in einem einzigen Bild: weglassen, fokussieren, reduzieren, zusammenfassen sind auch deshalb zentrale Aufgaben des Künstlers.
In diesem Sinn vielleicht hat Camill Leberer alle schweren Materialien und Werkzeuge zurückgelassen, als er sich 1989 aufmacht zu seinem einjährigen Stipendienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom. Bekannt für Skulpturen und Metallbilder, hat Leberer in Rom Zeichnungen angefertigt: zurückgenommen, filigran, sensibel und groß in ihren meist kleinen Formaten.
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